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Geschichte

Ev. Hauptkirche Rheydt

Foto: Olaf D. Hennig



Die Evangelische Hauptkirche Rheydt von 1902



-ein Gesamtkunstwerk, entworfen von Prof. Johannes Otzen, Berlin-




Rheydt - Alte Hauptkirche um 1900



An der Stelle der alten Hauptkirche, deren Ursprünge bis vor das 14. Jahrhundert zurückreichen, erhebt sich weithin sichtbar die 1902 neuerrichtete Evangelische Hauptkirche am Rheydter Markt. Sie bildet zusammen mit dem markanten Turm des einige Jahre zuvor erbauten Rathauses einen prachtvollen, repräsentativen Komplex öffentlicher Gebäude am Rheydter Marktplatz, der seinerseits den Mittelpunkt der alten Stadt Rheydt bildet. Die alte Hauptkirche - dem heiligen Alexander geweiht - war mit einem angrenzenden Kloster verbunden. 1587 wirkte der reformierte Prediger Johannes Bongardt in Rheydt.



Die alte Hauptkirche um 1900

Rheydt - Alte Hauptkirche um 1900




Die Familie von Bylandt verhalf der evangelischen Lehre zum Durchbruch in dem sie offen dem neuen Bekenntnis beitrat. In der Gegenreformation noch einmal kurz katholisch, ist die Rheydter Hauptkirche seit 1633 ununterbrochen in evangelischer Hand geblieben. Durch Zuzug auf Grund des industriellen Aufbruchs in der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Gemeinde so stark an, dass auch mannigfache Vergrößerungen und Veränderungen an der alten Hauptkirche nicht mehr ausreichten. So wurde schließlich der Abriss der alten Kirche und ein völliger Neubau an gleicher Stelle beschlossen. Dieser Neubau sollte das erwachte Selbstbewusstsein der neuen Stadt Rheydt wirkungsvoll darstellen: Rathaus, Hauptkirche und Postgebäude, alle mit markanten Türmen, bildeten ein imposantes Ensemble städtischer Repräsentationsbauten.

Hier eine kleine Hörprobe:

August Gottfried Ritter - Sonate Nr. 1 d-Moll - Andante

CD: Die Wilhelm-Sauer-Orgel in der Ev. Hauptkirche Rheydt (1902)
KMD Udo Witt spielt Werke von Bach, Mendelssohn, Reger, Ritter, Karg-Elert und Mauersberger

Audiophile Recording Juni 2013: Dipl. Phis. K.H. Lorenz-Kierakiewitz





Wiesbadener Programm

Rheydt - Marktplatz Rheydt um 1900


Nach gründlicher Überprüfung der Entwürfe verschiedener bedeutender Architekten für eine neue Hauptkirche entschied man sich für den Plan des „Geheimen Regierungsrats, Prof. Dr. Ing. e. h. Senator der Königlichen Akademie der Künste, Johannes Otzen“ aus Berlin. Er war einer der meist beschäftigten und angesehensten Experten des protestantischen Kirchenbaus. Seine Gotteshäuser erbaute er nach dem „Wiesbadener Programm“, das für fast den gesamten protestantischen Kirchenneubau des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg Gültigkeit hatte und in seiner theologischen Begründung für den evangelischen Gottesdienst auch noch heute von Bedeutung ist.

Kanzelaltar

Rheydt - Hauptkirche

Altar und Kanzel


Während sich die Hauptkirche von außen als eindrucksvoller von allen vier Seiten mit Türmen flankierter „Dom“ darstellt, wird der Blick im weiten, hellen Innenraum sofort auf das Eigentliche des evangelischen Gottesdienstes gelenkt. Altar und Kanzel bilden eine untrennbare Einheit: Die Verkündigung in Wort und Sakrament. Pendant dazu ist die in wertvollem Gehäuse platzierte Orgel auf der Empore gegenüber. Emporen und Gestühl sind auf den Kanzelaltar ausgerichtet.


Rheydt - Hauptkirche

Presbytergestühl


Von fast jedem der 1200 Sitzplätze ist er zu sehen. Notwendige Stützpfeiler sind zierlich gehalten, um den Blick zum Prediger nicht zu stören. Das den Kanzelaltar flankierende Presbytergestühl weist, ganz reformiert, keinen besonders herausgehobenen Platz für den Pfarrer auf: Er ist „Gleicher unter Gleichen“. Eine prächtige Ausmalung vervollständigte die würdevolle Wirkung des Innenraums.


Modernisierungsmaßnahmen

Rheydt - Hauptkirche

Blick auf den Kanzelaltar - Foto: Olaf D. Hennig


In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts schwand das Verständnis für ein Gotteshaus, das außen wie innen eine mächtige Kirche darstellte, die in der altpreußischen Tradition der Verbindung von Thron und Altar stand. Hinzu kam - neben theologischen Anfragen - dass die Ausmalung des Innenraums als kitschig und unzeitgemäß empfunden wurde. Es waren die Jahre der nüchternen Betonbauten. Auch die Hauptkirche blieb von „Modernisierungsmaßnahmen“ nicht verschont.

Rheydt - Hauptkirche

Foto:Olaf D. Hennig


Hatte der Zweite Weltkrieg am Gebäude zwar starke Schäden hinterlassen, so wurde durch einen neuen Innenputz, Veränderung der Lichtanlage, „Entrümpelung“ des Orgelgehäuses aus heutiger Sicht der Hauptkirche weit größerer Schaden zugefügt. Die heutige Generation versucht sich in das eigentlich spannende Konzept des „Gesamtkunstwerkes Hauptkirche“ wieder neu hineinzudenken und zusammen mit dem Denkmalschutz eine vorsichtige Rekonstruktion des Innenraumes wieder herzustellen, so wie das an der bedeutenden Sauer-Orgel von 1902 exemplarisch 1985/86 verwirklicht worden ist.


Rheydt - Hauptkirche

Baustelle 2004


Durch ein enormes Spendenaufkommen der Bevölkerung und beträchtliche Fördermittel aus dem Interreg-Programm der Europäischen Union konnte im Jahr 2004 die Ausmalung der Kirche bis auf die Flächen unterhalb der Emporen restauriert werden. Dafür wurde die Hauptkirche von Januar bis Dezember 2004 geschlossen. Am vierten Adventwochenende wurde mit einem Festkonzert der Kantorei (Mendelssohns 2. Sinfonie – „Lobgesang“ ) und einem Festgottesdienst die Wiedereröffnung der Evangelischen Hauptkirche Rheydt gefeiert.


Die Hauptkirche ist zu besichtigen:

Mittwochs von 10.30 – 12.30 Uhr und 17.00 - 19.00 Uhr

Samstags: 10.00 – 13.00 Uhr

sowie zu den Gottesdienstzeiten:

Samstag, 18 Uhr, Wochenschlussgottesdienst

Sonntag, 9.00 Uhr und 10.30 Uhr



Hier eine kleine Hörprobe:

Johann Sebastian Bach - Präludium (Toccata und Fuge C-Dur BWV 566) - Fuge II

CD: Die Wilhelm-Sauer-Orgel in der Ev. Hauptkirche Rheydt (1902)
KMD Udo Witt spielt Werke von Bach, Mendelssohn, Reger, Ritter, Karg-Elert und Mauersberger

Audiophile Recording Juni 2013: Dipl. Phis. K.H. Lorenz-Kierakiewitz






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