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Bruckner Konzert am 1. Dezember 2012

Anton Bruckner (1824 - 1896)

Ferry Bératon (18591900) - Öl auf Leinwand - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)



"Orgelsinfonie" von Camille Saint-Saens

Camille Saint-Saens (1835 - 1921)

Foto: Wikipedia (Public Domain)



Mit der "Orgelsinfonie" von Camille Saint-Saens, vielen Musikhörern heute eher durch seinen "Karneval der Tiere" bekannt, wird das Festkonzert am heutigen Abend eröffnet. Die großangelegte Sinfonie beginnt im ersten Satz ganz traditionell mit dem imposanten romantisch-sinfonischen Orchesterapparat. Dann schließlich, wie aus einer anderen Welt Camille Saint Saens erklingen die Grundstimmen der Orgel. Sie mischt sich beinahe unhörbar in den grundtönigen Streicherklang. Ein rhythmisch markantes Scherzo bildet den Mittelteil, der urplötzlich von brausenden Orgelakkorden abgelöst wird, als ob die Orgel nun endlich zeigen will, dass auch sie dem Sinfonieorchester ebenbürtig ist. Mit kräftigen Mixtur- und Zungenklängen der Orgel, vereint mit Klavier, Bläsern und Streichern, erklingt dann als Höhepunkt der grandiose Schlusssatz.

"Te Deum" von Anton Bruckner

Xanten - St. Viktor Kreuzgang


Es sei "sein bestes Werk", und darum habe er es "dem lieben Gott" gewidmet: Das sind Aussagen, die Anton Bruckner selbst über sein "Te Deum" gemacht hat. Der große Lobgesang auf Gottes Herrlichkeit, der Legende nach dem Mailänder Bischof Ambrosius aus dem 4. Jahrhundert zugeschrieben, hat über die Jahrhunderte hindurch viele Vertonungen erfahren. Am Ende seines nicht immer vom Erfolg verwöhnten Lebens, nimmt sich nun der Komponist Anton Bruckner dieses Textes an.


Im ersten Teil wird der Zuhörer "in den Himmel" geleitet, so wie es die Taube als Zeichen des Heiligen Geistes am Triumphbogen der Hauptkirche darstellt. In der Abendmahlsliturgie blickt der Mensch in die Zukunft: Der himmlische Saal Gottes eröffnet sich in seiner Herrlichkeit, in dem das neue, große Abendmahl gefeiert wird und in dem die Engel (Cherubim und Seraphim) das "dreimal Heilig" singen. Dabei sind sie bei Gott schon vereint mit den Menschen, die im Glauben voraus gegangen sind. Bruckner gelingt hier eine wunderbare Steigerung des "Heilig": In der Entfernung ahnt man diesen Lobgesang - noch im verhaltenen Moll. Beim Näherkommen ist er deutlicher zu vernehmen, um dann schließlich, als ob die Himmelstür auf einmal aufgestoßen wird, im reinen C-Dur zu erklingen. Damit lobt die gesamte Schöpfung zusammen mit derallumfassenden Kirche den dreieinigen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.

Detail der Hauptkirche

Orgelbogen


Es schließt sich ein Teil der Bitten und Fürbitten an, um in dem Bekenntnis zu enden: In Te Domine Speravi (in dich, Gott, habe ich meine Hoffnung gesetzt). Zu Anfang beginnt das Solistenquartett fröhlich, beinahe unbeschwert diese Zeilen, bis dann Chor und Orchester dieses Bekenntnis selbstbewusst aufnehmen. Doch plötzlich, nach dem scheinbaren Höhepunkt, beginnt Bruckner diese Worte in einer Fuge neu zu bedenken und zu verarbeiten: Aus dem massiven Bekenntnis wird eine Frage: "wirst Du, Gott, mich wirklich in Ewigkeit nicht zuschanden werden lassen?" Das "non confundar" verebbt im Piano des Tenors. Doch dann, wie aus der Tiefe, feiert das Bekenntnis '"Auferstehung" um in immer höher werdenden Gesangslinien (besonders des Soprans) bis hin zum hohen "C in einer fulminanten Steigerung zu enden.


Bruckners autobiographisches Glaubensbekenntnis, die immer wiederkehrende Frage nach dem gerechten, gnädigen, erlösenden Gott wird zur existentiellen Frage des Menschen: Wie weit kann der Gottesglaube wirklich tragen? Bruckner kommt nach diesem anfänglichen Zweifel schliesslich zu einer strahlenden, unumstößlichen Erkenntnis und macht diese in der "reinen" Tonart C-Dur zu seinem Bekenntnis:

"Du, Gott, wirst mich nicht zuschanden werden lassen! - Non confundar in aeternum!"

Kantoreikonzert vom 1. Dezember 2012

Evangelische Hauptkirche Rheydt

Orgelempore - Foto: Paul Sippel


Samstag, 1. Dezember 2012, 19.30 Uhr:

FESTKONZERT DER KANTOREI


Camille Saint - Saens (1835 -1921)

Sinfonie Nr. 3, c-Moll " Orgelsinfonie" Op. 78

ADAGIO
- Allegro moderato - Poco Adagio

ALLEGRO MODERATO
Presto-Allegro moderato-Presto
-Allegro moderato- Maestoso
-Allegro-Piü Allegro -Molto Allegro-Pesante

Solist: Prof. Wolfgang Seifen, Berlin

- Ansprache des Vorsitzenden des Presbyteriums der Ev. Kirchengemeinde Rheydt, Pfr. Dietrich Denker -


Anton Bruckner (1824 -1896)

"TE DEUM LAUDAMUS"


für vier Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel

Ausführende:

Dara Hobbs, Sopran
Christina Bock, Alt
Stephan Scherpe, Tenor
Martin Häßler, Bass

Die Kantorei der Ev. Hauptkirche Rheydt

Orchester der Hauptkirchenkonzerte
(Konzertmeisterin: Johanna Brinkmann)

Karsten Seefing, Klavier
Wolfgang Seifen, Orgel

Leitung: KMD Udo Witt





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