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Konzertecho Teil II. (2009 - 2016)

Matthäus-Passion am 18. April 2014

Foto: Detlef Ilgner




Hörprobe:


Hier eine kleine Hörprobe:

Sigfrid Karg-Elert - Nun sich der Tag geendet hat

CD: Die Wilhelm-Sauer-Orgel in der Ev. Hauptkirche Rheydt (1902)
KMD Udo Witt spielt Werke von Bach, Mendelssohn, Reger, Ritter, Karg-Elert und Mauersberger

Audiophile Recording Juni 2013: Dipl. Phis. K.H. Lorenz-Kierakiewitz




Werke von Max Reger in der Hauptkirche

Max Reger (1873 - 1916)

Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Grandioses Konzert mit Werken von Max Reger in der Hauptkirche

Herbert Rommerskirchen, 27.11. 2016, Bürgerzeitung MG


„Welch ein Wagnis, Reger zu musizieren, einer der großen deutschen Komponisten, die seit dem Ende des 2. Weltkrieges beharrlich totgeschwiegen werden. So geht es auch mit der Musik Hans Pfitzners. Ein Unterfangen, Komponisten wie diese beiden aufzuführen. Größte Dirigenten, wie Fritz Busch, Wilhelm Furtwängler, Joseph Keilberth, haben diese Musik geliebt und immer wieder dirigiert. Ich kann mich nicht erinnern, in Mönchengladbach in den städt. Konzerten Reger oder Pfitzner gehört zu haben, bestimmt nicht in den letzten Jahren. Und welche große Musik ist es doch, die uns vorenthalten wird. Wie wunderbar sind die Chorstücke mit Solostimmen und Orchester, wie das sogenannte „Hebbel-Requiem“, „Der Einsiedler“.Pfitzners „Von deutscher Seele“ gab es hier nicht mehr seit den Tagen von Walter B. Tuebben zu hören.


Eigentlich eine Kulturschande, an dieser Musik konstant vorbeizugehen. Nun einmal als Krönung der Hauptkirchenkonzerte im “Reger-Jahr“ ein ganz großer Abend, Max Reger gewidmet. Die „Mozart-Variationen“ op. 132, das Riesenwerk „Der 100. Psalm“, op.106, der zu Regers Zeiten als unaufführbar bezeichnet wurde wegen der riesigen Schwierigkeiten für Chor und Orchester. Kirchenmusikdirektor Udo Witt ging diese Risiken ein. Die voll besetzte Kirche und die grandiose Bewältigung der Schwierigkeiten gaben ihm recht. Als adventliche Einstimmung wurde von vielen Zuhöreren das beliebteste Variationswerk von Reger, die sogenannten „Mozart-Variationen“ empfunden. Ihm liegt das Thema von Mozarts „A-Dur Klaviersonate“ KV 331, 2. Satz, „Andante grazioso“ zugrunde. Mozart selbst hatte dieses Thema in dieser Sonate variiert.


Reger, der große Komponist auch von Variationen komponierte hier ein Werk, das von allerhöchster Beherrschung der Materie, Erfindungsgabe, zeugt . Trotz aller harmonischen Neuheiten, ist es doch ein Ohrwurm. Unter Kirchenmusikdirektor Udo Witt gab eine höchst hörenswerte Wiedergabe, temperamentvoll, musikantisch-musikalisch, präzise, behutsam in den Abstimmungen, perfekten Übergängen, die kaum hörbar waren, so organisch klang es. Udo Witt hatte dank seiner hervorragenden Zeichengebung keine Probleme, dieses nicht ganz einfache Werk zu gestalten. Es machte ihm und dem toll reagierenden Orchesterr sichtlich Spaß.


Dann das „unaufführbare“ Werk, das hier durch den wunderbaren Chor, klangschön, unglaublich gut studiert, es drängte sich die Frage auf, wie viel Proben müssen hier gemacht worden sein, um diese Perfektion zu erreichen, aufgeführt wurde. Auch das mit aller Schönheit, aller nur möglichen Kraft, aller Hingabe musizierende Orchester, besonders erwähnen möchte ich das wunderbare Hornquartett, machte nicht den Eindruck, Schwierigkeiten zu haben, die doch gewiss in überreichem Ausmaß vorhanden sind. Reger hat hier den 100. Psalm „Jauchzet dem Herren alle Welt“ mit einer Kraft, einem kompositorischen Können vertont, das den Atem stocken lässt. Welche Ausbrüche, welche herrliche Sanglichkeit im Piano, ein zutiefst gläubiges Werk, das durch den Einsatz des Fernorchesters, einem Blechbläserchor, überhöht wurde mit dem Lutherchoral „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Auch wenn man an die ganz andere Vertonung des Textes etwa durch Heinrich Schütz für zwei Chöre à capella denkt, ein herrliches Stück, gibt Regers Vertonung die seiner Zeit, auch unserer Zeit, gemäße Aussage. Eine tolle Aufführung durch Udo Witt und die ihm bedingungslos folgenden Mitstreiter.“





Bachs "Weihnachtsoratorium" 1, 3 und 4

Bachs "Weihnachtsoratorium" 1, 3 und 4

Foto: Detlef Ilgner


Mönchengladbach

Udo Witt leitete glanzvolle Aufführung der Kantaten 1, 3 und 4 aus Bachs "Weihnachtsoratorium" in der Hauptkirche.

Von Christian Oscar Gazsi Laki

"
Der Rheydter Knabenchor unter seinem Leiter, Kirchenmusikdirektor Udo Witt, hatte bereits im vergangenen Jahr mit einer adventlichen Aufführung der Teile I bis III des Bach'schen Weihnachtsoratoriums zu der ersten "Rheydter Knabenchorweihnacht" geladen. In diesem Jahr entschied man sich, neben den Kantaten 1 und 3 statt der zweiten Kantate zusätzlich die Nummer 4 ("Am Fest der Beschneidung Christi"), die Kantate mit der berühmten Echo-Arie "Flößt, mein Heiland . . ." in das Programm des Konzerts in der evangelischen Hauptkirche Rheydt zu nehmen.

Zudem nahm Witt erneut in passender Weise eine gekürzte Version der weihnachtlichen Kantate BWV 151 "Süßer Trost, mein Jesus kömmt" ins Programm. Nicht nur, dass diese Kantate mit ihrer betörenden Sopran-Arie hervorragend mit dem Weihnachtsoratorium harmoniert, sie bot zugleich der aus den USA stammenden Sopranistin Taryn Knerr, deren Part im Oratorium doch etwas weniger präsent ist, gelegentlich solistisch sehr ansprechend in Erscheinung zu treten.

Altistin bzw. Mezzosopranistin Sylvia Irmen, deren mit Glanz gesegnetes stimmliches Material immer wieder aufblitzen konnte, gestaltete ihre Arien mit sympathisch unprätentiöser Einfachheit. Einfachheit ist jedoch bei Bach, vor allem wenn es darum, geht, die Musik sprechen zu lassen und sich als Interpret nicht allzu sehr der Versuchung hinzugeben, die Musik zur Selbstdarstellung zu nutzen, höchste Tugend. Selbstbewusst, aber nicht minder kultiviert und musikalisch durchdringend, so interpretierte der junge Bass-Bariton Sebastian Seitz, seinen Bach-Part.

Er ist in dieser Spielzeit 2013/14 Opernstudiomitglied am Theater Krefeld/Mönchengladbach. Die junge Stimme von Tenor Robert Reichinek zeugte als Evangelist auch von viel Potenzial. Kleinere koordinatorische Auffälligkeiten im Zusammenklang zwischen Solisten und angenehm ausgeglichen spielendem Orchester fallen da wirklich nicht ins Gewicht. So bewies das Kammerorchester der Hauptkirchenkonzerte nahezu durchgehend und auch solistisch anspruchsvolle Spielkultur, ohne sich auf einen modischen Barock-Authentizismus zu versteifen.

Doch nun zu den eigentlichen Hauptprotagonisten des Abends: den Jungen und jungen Männern des Chors, die von Udo Witt hervorragend vorbereitet worden waren. So spiegelten die mit viel Sangesfreude auftretenden Sänger auf besondere Weise das ohnehin durch Orchester und Solisten hohe Niveau. Dank des sorgsamen Dirigats von Udo Witt meisterten die Sänger sowohl die Chöre als auch die Choräle in hinreißend charmantem Gesamtklang. Sei es als Echosopran in der Kantate IV oder als Sopranchor im Einklang mit dem Bass-Rezitativ ("Er ist auf Erden kommen arm") - die schön klaren Jungenstimmen verzauberten das Publikum.

Mit stehend dargebrachten Ovationen und dem Adventslied "Es ist ein Ros' entsprungen" als Zugabe, bei welcher auch das Publikum mitsingen durfte, endete ein sehr stimmungsvoller Abend".


Mendelssohns Oratorium "Elias"

Mendelssohns Oratorium "Elias"

Foto: Detlef Ilgner


Die Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Rheydt und der Niederrheinische Kammerchor Viersen-Dülken schlossen sich für die Aufführung von Mendelssohns Oratorium "Elias" zu einem Großchor zusammen.

Mönchengladbach:

Mehr als 800 Besucher kamen zur Aufführung des Oratoriums "Elias" in die evangelische Hauptkirche Rheydt. Die Kantorei erhielt Verstärkung durch den Niederrheinischen Kammerchor Dülken. Das Konzert sorgte für Begeisterung.

Von Gert Holtmeyer

"
Auseinandersetzungen um religiöse Deutungshoheit und die damit verbundene politische Macht haben im Nahen Osten eine lange Geschichte. Das lässt sich in der Bibel nachlesen, und davon handelt auch der Text des Oratoriums "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das war jetzt zum Advent-Auftakt in einer großartigen Aufführung vor vollen Kirchenbänken in der evangelischen Hauptkirche Rheydt zu hören. Der große Bachkenner und Bachverehrer Mendelssohn kombinierte wirkungsvoll Bach'sche Stilelemente mit denen der Oper des 19. Jahrhunderts. Im Grunde genommen hat man es mit einer konzertanten Opernaufführung zu tun.


Die Hauptrolle der Handlung ist die des Propheten Elias, des kämpferischen Vertreters der monotheistischen Lehre. Thomas Peter, seit Jahren immer wieder neu sich bewährender Gast als Bass-Solist in den Hauptkirchen-Konzerten, gestaltete seine Partie mit kraftvoller, tragender Stimme und mit großer Ausdruckskraft, auch in den leisen, sensiblen Partien. Tadellos besetzt waren auch die anderen Gesangssolisten. Markus Heinrich (Tenor), Carola Günther (Alt) sowie die beiden Sopranistinnen Isabelle Razawi und die kurzfristig für die erkrankte Julia Reckendrees eingesprungene Ulrike Hellermann glänzten mit famosen Leistungen. Für starke Eindrücke sorgten außerdem die Chorsolisten Petra Kremers, Eugen Prömper und Pfarrer Stephan Dedring.


Wie bereits zu Mendelssohns Zeiten gern gesehen, war der gut einstudierte Chor, gebildet aus der Kantorei der Hauptkirche und dem Niederrheinischen Kammerchor Viersen-Dülken, beachtlich groß besetzt. In den Volks-Chören wurde eindringliche Dramatik aufgebaut. Kirchenmusikdirektor Udo Witt hatte dafür gesorgt, dass das Zusammenwirken von Solisten und Chor gut abgestimmt war. Wie vom Komponisten vorgesehen waren auch die Bläser des Orchesters stark besetzt. Bei mehr Platz und einem größeren Etat wären wohl noch mehr Streicher angebracht gewesen. Aber auch so bildete das Orchester der Hauptkirchenkonzerte mit seiner Konzertmeisterin Johanna Brinkmann einen qualitätvollen Klangkörper.


Wie seit Jahren zuverlässig von ihm gewöhnt, hatte auch diesmal Kantor Udo Witt alles mit großer Sorgfalt erarbeitet und bewährte sich als ein hochkonzentrierter, impulsgebender Gesamtleiter. Nachdem einige Besucher schon etwas voreilig mit ihrem Applaus begonnen hatten, gab es am Schluss noch langen, begeisterten Beifall in der vollbesetzten Kirche am Rheydter Markt".






Matthäus-Passion in Rheydt

Matthäus-Passion am 18. April 2014

Foto: Detlef Ilgner


Rheinische Post vom Dienstag, 22. April 2014

Begeisternde Matthäus-Passion in Rheydt

Das weder musikalisch noch logistisch einfache Unterfangen, zwei Orchester, drei Chöre und zahlreiche Projektsänger zu koordinieren, gelang am Karfreitag auf ganzer Linie. Der voluminöse Klangkörper blieb dabei klanglich stets transparent.

VON GERT HOLTMEYER


"Nicht nur alle Zuhörer-Plätze waren besetzt, als am Karfreitag in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion aufgeführt wurde. Auch im Altarraum wurde es sichtlich eng, denn es galt, eine beachtlich große Zahl an Mitwirkenden unterzubringen. Die Partitur sieht nämlich zwei Orchester vor; drei Chöre und zusätzliche Projektsänger beteiligten sich an dem weder musikalisch noch logistisch einfachen Unternehmen. Die umfangreichen Mühen der Vorbereitung wurden durch eine rundum gelungene Aufführung belohnt. Die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche, der Niederrheinische Kammerchor Dülken und der Rheydter Knabenchor bildeten zusammen einen voluminösen Klangkörper, der - trotz seiner Größe - stets klanglich transparent blieb. Ein großes Lob verdienen auch die von Stephan Hensen sorgfältig ausgebildeten Jungen des Rheydter Knabenchors, die nicht nur in den Chorälen, sondern auch in allen Turba-Chören eingesetzt wurden und dabei eine erstaunliche Sicherheit erkennen ließen.


Sicher agierten auch mehrere Chorsänger bei kurzen solistischen Einsätzen. Gut abgestimmt war die Lautstärke zwischen den Gruppen des Chors. Und obwohl dem großen Chor zwei relativ kleine Orchester gegenüberstanden, stimmte auch die Relation zwischen Chor und Instrumenten. Beide Orchester waren mit guten Musikern besetzt, die meisten von ihnen Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker. Der Klang war an den Prinzipien der historisch informierten Aufführungspraxis orientiert, was sich beispielsweise am sparsamen Vibrato und an den Stricharten festmachen ließ. Die solistischen Beiträge der beiden Konzertmeisterinnen Johanna Brinkmann und Tanja Cherepashchuk, des Gambisten Lutz Heiwolt sowie der ebenfalls sehr kultiviert spielenden Holzbläser gelangen ohne Fehl und Tadel.


Im Prinzip sehr gut war auch das Solistenquartett besetzt, sieht man einmal davon ab, dass der Christus-Bass Christian Palm gesundheitlich nicht auf der Höhe war und deshalb nicht seine volle Leistungsfähigkeit abrufen konnte. Tenor Stephan Scherpe wirkte zwar in der Höhe gelegentlich etwas angestrengt, was wohl ebenfalls auf gesundheitliche Faktoren zurückzuführen war. Aber er gestaltete den Evangelistenpart mit durchdachter Dramatik und überzeugte auch als Arien-Sänger. Beeindruckend, wie er - kurz vor der Todesszene - durch ein eindringliches Pianissimo die Spannung steigerte und das „Eli, I'ama sab'athani" einleitete.


Tadellose Leistungen waren von den in Rheydt schon mehrfach bewährten Solisten Taryn Knerr (Sopran), Christina Bock (Alt) und Thomas Peter (Bass) zu hören. Kirchenmusikdirektor Udo Witt hatte alles gewissenhaft einstudiert, wählte passende Tempi und leitete mit Präzision und Überblick. Nach einer im Programm zu Recht erbetenen „kurzen, besinnlichen Stille" bedankten sich die begeisterten Zuhörer mit herzlichem, lang anhaltendem Applaus".


Knabenchorweihnacht

1. Rheydter Knabenchorweihnacht

Konzert vom 21. Dezember 2013 - (Foto KN): Udo Witt leitete die Aufführung mit dem Rheydter Knabenchor in der evangelischen Hauptkirche Rheydt


Rheinische Post, 28. Dezember 2013

Hochmotvierte Sängerschar
Rheydter Knabenchor begeistert bei Aufführung des Weihnachtsoratoriums


(RP) "Eine außergewöhnliche Einstimmung auf das Weihnachtsfest erlebten gut 400 Zuhörer in der evangelischen Hauptkirche am Rheydter Markt – die „Knabenchorweihnacht“. Die 25 Jungen im Alter von acht bis 18 Jahren, die den „Rheydter Knabenchor“ bilden, führten unter der umsichtigen und motivierenden Leitung ihres Gründers und Dirigenten, Kirchenmusikdirektor Udo Witt, die Kantaten 1 und 3 des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach auf. Dazwischen erklang die erste Arie aus Bachs Kantate „Süsser Trost, mein Jesus kömmt“.

Die stimmbildnerisch von Stephan Hensen betreuten Jungen und die jungen Männer, die nach ihrem Stimmwechsel nun im Tenor beziehungsweise Bass singen, proben einmal wöchentlich. Dazu kommt jährlich eine obligatorische Intensivprobenwoche in den Herbstferien. So vorbereitet, braucht die hoch motivierte Sängerschar den Vergleich mit etablierten, namhaften Knabenchören nicht mehr zu scheuen. Frappierend, mit welcher klanglichen Präsenz, klaren Diktion, Intonationsreinheit und Disziplin sie sowohl die kraftraubenden Chöre als auch die Choräle meisterten. Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte mit Konzertmeisterin Johanna Brinkmann war dem Chor einfühlsame Stütze mit klangvollen Tutti und beachtlichen instrumentalen Einzelleistungen.

Von den Solisten Taryn Knerr (Sopran), Sylvia Irmen (Mezzosopran), Robert Reichinek (Tenor) und Vasilios Manis (Bariton) überzeugten vor allem die Damen – Irmen mit ausdrucksvoller Gestaltung ihrer beiden dankbaren Arien („Schließe mein Herze“ mit kostbarem Violinsolo der Konzertmeisterin) und Knerr in der bereits erwähnten Weihnachtskantate. Exzellent sekundierte ihnen dabei Angelika Euler (Querflöte). In der Bariton-Arie „Großer Herr und starker König“ glänzte Anja Richter (Trompete). Am Schluss wollte der Beifall kein Ende nehmen – auch schon in Vorfreude auf die Mitwirkung des Rheydter Knabenchores bei der für Karfreitag 2014 geplanten Aufführung der Bach´schen Matthäuspassion".


Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz

Alvise Vivarini (1444 - 1505) - Crucifixion

Kreuzigungsgruppe mit Maria Magdalena und einem Stifter, Holz, 47,8 x 29,3 cm; Museo Poldi Pezzoli, - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Seltenes Hörerlebnis in der Kirche

von Dr. Gert Holtmeyer - Rheinische Post vom Dienstag, 10.04.2012


RHEYDT "Ein selten aufgeführtes Werk war im Karfreitagskonzert in der evangelischen Hauptkirche Rheydt zu hören, Joseph Haydns Oratorium „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz". In Mönchengladbach war dies die erste Aufführung von Haydns erstem Oratorium. Dieses nicht nur wenig bekannte, sondern auch in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliche Werk einmal live vorzustellen, verdient zweifellos Anerkennung. Haydn schrieb es als Umarbeitung eines Streichquartetts, das seinerseits als Bearbeitung einer Orchesterfassung entstand. Eben das ist dem Werk anzumerken. Arien für die vier Gesangssolisten fehlen ganz. In Analogie zu einem Streichquartett behandelt der Komponist das Solisten-Ensemble durchweg als Einheit. Und wenn einmal ein Solist allein in Erscheinung tritt, dann rezitativisch. Im Grunde genommen setzt Haydn das Solistenquartett ein wie ein Concertino im Concerto grosso - das damals in der Instrumentalmusik allerdings schon aus der Mode gekommen war. Das kleine Gesangsensemble wetteifert mit dem großen Chor".


Feierlich, pastoral

"Auch der Charakter der Musik ist für ein Passionsoratorium ungewöhnlich. Anders als beispielsweise in Bach-Passionen wechseln nicht dramatische mit lyrischen Passagen ab. Vom Schluss-Satz „Das Erdbeben" abgesehen sind alle Sätze langsam konzipiert. Das vorwiegende Tongeschlecht ist Dur, der Charakter ist feierlich oder pastoral, Momente von Trauer, Ergriffenheit oder Verzweiflung bleiben eher angedeutet.

Vorweg erfolgte eine instrumentale Einstimmung mit dem Kopfsatz (Adagio/Allegro) aus Haydns letzter, der 104. (Londoner) Sinfonie. Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte mit seiner Konzertmeisterin Johanna Brinkmann musizierte engagiert, auch wenn man sich das Allegro etwas schnellerund spritziger gewünscht hätte. Im Oratorium bewährte sich das Orchester als Garant für sicheren Zusammenhalt. Hervorzuheben sind die Bläser in der instrumentalen Einleitung zum zweiten Teil.

Gut und ausgewogen war das Solistenquartett mit Taryn Knerr (Sopran), Christina Bock (Alt), Robert Reichinek (Tenor) und Thomas Peter (Bass) besetzt. Für das zahlreich erschiene Publikum wäre es akustisch und optisch sicher besser gewesen, wenn die Solisten vor und nicht hinter dem Orchester gestanden hätten - sie wären besser zu hören und zu sehen gewesen. An ihren gesanglichen Leistungen bleibt indessen nichts auszusetzen. In einer hervorragenden Verfassung präsentierte sich der Chor, die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. Tadellos einstudiert, begeisterte er durch Präzision, saubere Intonation und großes Klangvolumen. Gewohnt sicher und umsichtig agierte Gesamtieiter Udo Witt. Mit herzlichem Beifall wurde die Leistung aller Mitwirkender anerkannt".


Requiem von Michael Haydn

Johann Michael Haydn (1737 - 1806)

Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)


Sinfonisches Chorkonzert der Kantorei der Hauptkirche Rheydt
von Dr. Gert Holtmeyer - Rheinische Post

"Mit einem Requiem verabschiedeten sich Udo Witt und die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt vom dunklen Monat November; mit dem
berühmten Bach-Magnificat stimmten sie auf die beginnende Adventszeit ein".


"Nicht vom berühmten Joseph Haydn, sondern von seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Johann Michael stammt das Requiem in c-moll, das einen eindrucksvollen Beginn des Konzerts in der Rheydter Evangelischen Hauptkirche markierte. Dieses Werk, das mit überraschenden Harmonien und Wendungen beginnt und mit einem strahlenden D-Dur-Akkord endet, erwies sich voll und ganz als aufführungswert. Es ist gleichermaßen unkonventionell wie wirkungsvoll komponiert, ob es sich um das vitale „Dies irae“, das majestätische „Sanctus“ oder das lyrische „Agnus Dei“ handelt. Tadellos gelang die Aufführung dieses interessanten, eindringlichen Werkes".


"Es folgte ein zweites Mal Haydn, diesmal aber der berühmte Joseph. Allerdings auch mit wenig Bekanntem, denn nicht das seit alters her beliebte D-Dur-Cellokonzert war zu hören, sondern das erst 1961 in Prag aufgestöberte Konzert in C-Dur. Zum einen gefällt das Werk durch seine eingängliche Melodik, zum anderen enthält es erhebliche virtuose Anforderungen und steckt, zumal in den hohen Lagen, voller transparenter technischer Schwierigkeiten. Für den Solisten ist es gewissermaßen eine Aufgabe ohne Netz und doppelten Boden. Raffaele Franchini, Solocellist der Niederrheinischen Sinfoniker, bewährte sich als kompetenter Interpret. Hervorzuheben sind die Lockerheit seines Spiels und die Eleganz seiner Tonbildung".


"Bemerkenswert gut geriet die Aufführung des „Magnificat“ von Johann Sebastian Bach. Wie schon im Haydn-Requiem überzeugten die Gesangssolisten Taryn Knerr (Sopran), Sylvia Irmen (Mezzosopran), Christina Bock (Alt) Stephan Scherpe (Tenor) und Martin Häßler (Bass). Der große, aus dem Niederrheinischen Kammerchor Viersen-Dülken, der Kantorei der Hauptkirche und einer kleinen, engagiert singender Kinderchor-Gruppe gebildete Chor beeindruckte durch Sicherheit, Strahlkraft, bewegliche Stimmführung und dynamische Differenzierung. Glanzvoll klangen die drei Bach-Trompeten. Die Flöten- und Oboen-Soli erklangen genau so untadelig wie die Continuo-Gruppe und das gesamte Orchester mit der Konzertmeisterin Johanna Brinkmann".

"Udo Witt, der alles sehr sorgfältig einstudiert hatte, leitete mit großer Übersicht. Langer und begeisterter Beifall."


Johannespassion ohne Fehl und Tadel

Ev. Hauptkirche Rheydt


Eine Johannespassion ohne Fehl und Tadel

Unter der Leitung von Udo Witt gelang dem Chor der evangelischen Hauptkirche Rheydt mit der Johannes Passion ein glanzvolles Konzert.

Rheinische Post, Mittwoch, 27. April 2011

Von Gert Holtmeyer

"Einen glanzvollen Abschluss fanden die Ökumenischen Kirchenmusiktage Mönchengladbach mit der Aufführung von Johann Sebastian Bachs Johannespassion in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. In guter Verfassung präsentierte sich die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. Dieser Chor, der sich im Laufe der Jahre zu einem überkonfessionellen Klangkörper entwickelt hat, war von Udo Witt tadellos einstudiert und agierte präzise und mit großem Engagement".


Das Tempo wurde frisch und zügig genommen

"Temperamentvoll erklangen Sätze wie „Kreuzige" oder „Lasset uns den nicht zerteilen". Lyrische Sätze wie - zusammen mit dem Solo-Bass - „Mein teurer Heiland lass dich fragen" wurden kultiviert vorgetragen. Abwechslungsreich gestaltete Witt die Choräle. Sie wurden nicht nach einem durchgehenden einheitlichen Muster gesungen, sondern es wurde dem unterschiedlichen Charakter der Texte durch je andere Tempi Rechnung getragen. Mal wurde das Tempo frisch und zügig genommen, so wie es für den Gemeindegesang angebracht ist. Dann wieder wurden die Choräle mehr als Vertiefung von Besinnung und Meditation vorgetragen, in einem angemessenen ruhigen Tempo".

"Ebenfalls mit guten Leistungen warteten die Gesangssolisten auf. Die gelegentlichen Probleme des Evangelisten Markus Heinrich in hohen Lagen waren wohl in einer akuten Erkrankung begründet und dürfen nicht überbewertet werden. Entscheidend ist, dass der Tenor die Evangelisten-Partie zu gestalten verstand. Heinrich baute eine beachtliche Spannung auf. Thomas Peter, mit den Rollen von Petrus und Pilatus betraut und für die Bass-Arien zuständig, war mit der gewohnten Souveränität hei der Sache. Stimmlich ohne Fehl und Tadel, brachte er überzeugend die Dramatik der Musik zum Ausdruck. Eine sensible Interpretation erfuhren die Sopran- und Alt-Arien durch Anja Maria Kaftan und Sylvia Irmen. Ein „Heimspiel" hatte Pfarrer Stephan Dedring als Christus-Bass. Konzentriert und einfühlsam musizierte das Orchester der Hauptkirchenkonzerte mit der Konzertmeisterin Johanna Brinkmann. Hervorzuheben wären die vorzüglichen Instrumentalsolisten wie beispielsweise Sabine Heiwolt (Gambe), Angelika Euler (Flöte) und die Continuo-Verantwortlichen Anke Müller (Violoncello) und Klaus Paulsen (Orgel-Continuo). Der musikalische Leiter Udo Witt und alle Mitwirkenden wurden vom Publikum mit langem, herzlichem Applaus für dieses Konzert belohnt".





Te Deum: Finale und Höhepunkt

Ev. Hauptkirche Rheydt - Orgel

Blick auf die Orgelempore - Foto: Olaf D. Hennig


Mit langem und herzlichem Applaus haben die Zuhörer das Adventskonzert in der Evangelischen Hauptkirche belohnt. Sie erlebten gut harmonierende Musiker und Gesangssolisten.

Rheinische Post, Montag, 29. November 2010

Von Gert Holtmeyer

"
Einmal Bach, einmal Händel und gewissermaßen eineinhalbmal Mendelssohn standen auf dem Programm des traditionellen Adventkonzerts in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. Denn Kantor Udo Witt hatte sich entschlossen, das Konzert mit Handels „Dettinger Te Deum" in der Bearbeitung von Felix Mendelssohn zu beschließen. An den Beginn hatte er Mendelssohns Sinfonische Kantate über den 42. Psalm „Wie der Hirsch schreit" gesetzt. Als Sopran-Solistin bewährte sich Anja Maria Kaftan. Der Chor, in dem der Komponist Männer- und Frauenchor oft getrennt einsetzt, klang voluminös. Dass er mitunter achtstimmig geführt wird, bereitete keine Schwierigkeiten. Die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt und das Orchester der Hauptkirchenkonzerte musizierten ausgewogen miteinander, die Lautstärken-Relation stimmte".


Und in der Mitte Bach

"Den Mittelteil des Konzerts übernahmen die Streicher allein mit Johann Sebastian Bachs beliebtem d-moll-Konzert für zwei Soloviolinen und Streichorchester. Es gibt Aufnahmen von diesem Konzert, in dem ein Geiger beide Stimmen einspielt. Darüber kann man streiten; bei Live-Konzerten steht dergleichen ohnehin nicht zur Debatte. Hier kommt es darauf an, dass beide Solisten in der Bach-Auffassung und in der geigerischen Umsetzung miteinander harmonieren. Dies war erfreulicherweise bei den beiden Solistinnen Johanna Brinkmann und Anke Vogelsänger der Fall. Die beiden Stimmführerinnen des Orchesters spielten die schnellen Sätze temperamentvoll, den langsamen Mittelsatz mit der nötigen Ruhe melodiös, dabei aber ohne übertriebene Sentimentalität".


"Das Zusammenwirken von Solistinnen und Orchester war gut aufeinander abgestimmt. Zu Recht wurde Handels „Dettinger Te Deum" an den Schluss des Konzerts gestellt. Es eignete sich zweifellos als Höhepunkt dieses gelungenen Konzerts. Mendelssohn, der sich sowohl um die Bach- wie um die Händel-Rezeption große Verdienste erworben hat, schätzte dieses Werk und steuerte eine wirkungsvolle Bearbeitung bei. Er bereicherte die Instrumentierung um Flöten, Klarinetten und Hörner. Insgesamt entstand mit seiner Bearbeitung eine reizvolle Mischung von typischem Händel-Oratorium und Mendelssohnscher Romantik. Es gab Stellen, an denen sich kaum mit Gewissheit sagen ließ, ob es mehr nach Händel oder nach Mendelssohn klang".


"Zu Anja Kaftan gesellten sich als weitere Solisten Sylvia Irmen (Mezzosopran), der strahlende Tenor Johannes Klüser (in Vertretung des erkrankten Klaus Paulsen) und ein guter alter Bekannter, der wieder glänzend aufgelegte Thomas Peter (Bass). Udo Witt, der alles sorgfältig einstudiert hatte, dirigierte mit der gewohnten Konzentration und Übersicht. Mit langem und herzlichem Applaus bedankten sich die zahlreichen Zuhörer bei allen Mitwirkenden".



Alte Musik perfekt gestaltet...


ALTE MUSIK PEERFEKT GESTALTET - DAME EMMA KIRKBY IN DER RHEYDTER HAUPTKIRCHE

Konzert vom 12.09.2010 mit Dame Emma Kirkby

Von Redaktion BZMG Theater (BÜRGERZEITUNG MÖNCHENGLADBACH - 13.09.2010)


Man sollte keine Kritik schreiben – es war einfach schön! Das Konzert des Weltstars Dame Emma Kirkby in der Ev. Hauptkirche zu Rheydt fand vor einem zahlreich erschienenen Publikum statt. Emma Kirkby wurde von David Miller an der Laute, der für den erkrankten Anthony Rooley einsprang, hervorragend und einfühlsam begleitet. Eine wunderbare Partnerschaft. Das ganz dem britischen Komponisten John Dowland gewidmete Programm bestach in Frau Kirkbys Ausdeutung durch Farbigkeit des Tons, minutiös austarierte Aussprache , unglaubliche Dynamik vom leisesten, aber immer noch tragenden Pianissimo bis hin zum kernigen Forte.


Man meinte, Lustigkeit, Schwermut, Trauer, Wehmut, in ihrem Gesang zu hören. So fabelhaft gesungen, daß man vergaß, wie viele Jahre sie schon singt. Die perfekte Technik machte es möglich. Ich hörte sie vor vielen Jahren, ich fand sie hier besser als je! Der Reszensent, der eigentlich alter Musik, wenn sie, wie heute üblich, ohne Vibrato gesungen und gespielt wird, sehr ablehnend gegenübersteht, wurde durch Frau Kirkbys runden, schönen Ton für diesen Abend versöhnt. Eine wunderbare Künstlerin mit einem kongenialen Partner!


Bereichert wurde dieser Abend durch die Werkeinführung unseres Kantors Udo Witt, der die einzelnen Lieder perfekt erklärte. (Wann denkt die Kirche einmal daran, ihm den Titel Kirchenmusikdirektor zu verleihen?) Das Publikum dankte, sichtlich und hörbar begeistert, mit lang anhaltendem Beifall selbst nach den einzelnen Liedern, am Schluß erzwang es mehrere Zugaben, die nach einem fast zweistündigen Konzert ohne Ermüdungserscheinungen gewährt wurden.

Herbert Rommerskirchen


Mauersberger-Konzert - Dresdner Requiem

Rudolf Mauersberger (1889 - 1971)

Gesamtdeusches Dichtertreffen auf der Wartburg, Mitglieder des Dresdener Kreuzchores singen zur feierlichen Eröffnung der Tagung - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Bundesarchiv, Bild 183-25397-0001 / Wittig / CC-BY-SA - Lizenz s.u.


Mauersberger-Konzert - Dresdner Requiem, Karfreitag, 2. April 2010, 19.30 Uhr

Ergriffenheit bei Totenmesse

Rheinische Post vom 6. April 2010

VON ARMIN KAUMANNS


"An Karfreitag geht's traurig zu in christlichen Kirchen, schließlich wird der Passion und des Sterbens des Messias gedacht. Dem angemessen inszenierte Kantor Udo Witt in der evangelischen Hauptkirche Rheydt das Dresdner Requiem des ehemaligen Kantors an der Kreuzkirche, Rudolf Mauersberger, das im Angesicht der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstörten Eibmetropole entstanden war".

Bedeutendes Werk

"Inszenierung ist nötig bei diesem Werk, das nicht nur eine wahre Flut von bedeutungsträchtigen Worten verarbeitet, sondern auch drei Chöre an verschiedenen Stellen der Kirche postiert, dazu ein Blechblasensemble, Schlagwerk, Celesta, Orgel und wenige tiefe Streicher auffährt, um die erschütternde Totenmesse auszumalen. Und trotz einiger Vorbehalte darf man dieses Konzert als ein bedeutendes Ereignis in Mönchengladbachs Musikgeschichte verzeichnen. Schon Ein- und Auszug der in gottesdienstliches Habit gekleideten Knaben, die den Altarchor abgaben, verströmt fromme, festliche Stimmung: Zwei Kerzen leuchten voran, finden vor dem Kanzelaltar Aufstellung für die folgende Stunde bis zum Auszug. Auf der Empore hat die Kantorei der evangelischen Hauptkirche hinter der Blechblas-Sektion Aufstellung genommen. Drei Posaunen, Tuba, drei Trompeten schweigen jedoch ebenso wie der Rest der Instrumente, weil Mauersberger sein Requiem über große Teile für Sänger allein, a cappella, gesetzt hat. Nur gelegentlich helfen tiefe Streicher, den Chor bei Stimmung zu halten".


"Neben den Knaben sind einige Solisten aufgeboten, die deren schwierigen Part zum kompletten Satz ergänzen. Hinter dem Altar steht noch ein Chor, der Dülkener Kammerchor, der im Verlauf der Totenmesse im Wechsel mit den beiden anderen Singgruppen wie aus dem Off in Aktion tritt - überglänzt von einem Knabensopran. Bis zum Dies Irae hört man kaum Instrumente, nur reinen Chorgesang. Der Komponist bewegt sich im Rahmen der Tonalität, erweitert sie jedoch um etliche Akkordfärbungen des 20. Jahrhunderts. Deshalb sind sämtliche Chorsätze für Laien äußerst schwierig zu singen. Umso höher ist die Leistung der Sänger einzuschätzen, die sehr viel von Mauersbergers Musik zur Erbauung der Zuhörer umsetzten. Groß die Wirkung der Bläser beim „Tag des Zorns", fulminant der Schall der letzten Posaune von Jericho, sogar für das Klappern der Gebeine der Toten hat der Komponist tonmalerische Xylophon-Klänge erfunden. Am Schluss schallen die Glocken Dresdens aus den Lautsprechern".


Verdi-Konzert - Messa da Requiem

Verdi-Konzert - Messa da Requiem

Foto: Adriaan Brooren


Verdi-Konzert - Messa da Requiem vom 28. November 2009 Hauptkirche Rheydt

Rheinische Post vom 30. November 2009

Ovationen für Guiseppe Verdis Requiem

VON SABINE ZELLER


"(...) Was bleibt von allem Brausen, Flehen und Schmeicheln? Entblößte Hingabe. Nach gewaltigen Tonbildern des Jüngsten Gerichts schreit Verdis „Libera me" nicht nach Rettung, sondern bittet, zuletzt in schlichtestem C-Dur, fast tonlos um Befreiung. Eine kurze Stille folgte diesem bewegenden Moment in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. Danach brach anhaltender Applaus los, unter dem Kantor Udo Witt wieder und wieder die Solisten zur Verbeugung heranwinken, Chor und Orchester aufstehen lassen musste. Berechtigterweise. Giuseppe Verdi gibt den Choristen vielfältige Aufgaben, die kraftvolle Fülle und lineare Klarheit, Sicherheit in Fugen, Doppelchörigkeit oder beim Begleiten der Solisten verlangen. Der große Chor (Kantorei der Evangelischen Hauptkirche und Niederrheinischer Kammerchor Dülken, beide von Witt geleitet) schuf schon mit den ersten Einsätzen im „Requiem aeternam" die Atmosphäre, in der sich Dynamik und Farben aller Art sowie breitgefächerte Emotionalität in großen Bögen entwickeln konnten (..)"


Inspirierte Wiedergabe

Verdi-Konzert - Messa da Requiem

Foto: Adriaan Brooren


"(...)Die Sängerinnen und Sänger stellten durch guten Umgang mit dem Text Plastizität her und fanden darüber hinaus unter Witts Händen zu spontan inspirierter Lebendigkeit. Die Solisten nahmen diese auf und gaben der Klage, der Zerknirschung, der Furcht und dem (in den Originalworten des „Recordare" eigenartig kalkulierenden) Flehen des Menschen Gestalt. Mit Thomas Peter war die Basspartie gut besetzt; besonders dem „Confutatis" gab er passenden Ausdruck in der Balance von Volumen und Fluss. Der Tenor Alexander Spemann, kurzfristig eingesprungen, fügte sich sicher in die Solistengruppe, die souverän die verrätselten A-cappella-Ensembles in den musikalischen Zusammenhang einband. Bei den Frauenpartien erwartet man den Kontrast zwischen einem dunklen Mezzo und einem hellen Sopran. Doch hier waren die Farben anders gemischt: Die Mezzosopranistin Uta Christina Georg strahlte in tiefwurzelnd lichtem Timbre und strömendem Legato, Dara Hobbs leuchtete ihre Partie mit (einem satt-samtigen, gut geführten Sopran aus. Beide Sängerinnen, Mitglieder im Opernensemble des Theaters, agierten ebenso intelligent wie sensibel und ergänzten einander bestens. Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte (Konzertmeisterin: Johanna Brinkmann) trug durch hohe Präsenz und schöne Soli (Trompeten, Flöten) den Erfolg der ausverkauften Aufführung mit(..)"


Schubert-Konzert - Messe in As-Dur D 678

Evangelische Hauptkirche Rheydt


Schubert-Konzert - Messe in As-Dur D 678 vom 28. Februar 2009 Hauptkirche Rheydt

Rheinische Post vom 2. März 2009

Schubert gelungen interpretiert

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...(von Gert Holtmeyer)....ein anspruchsvolles Schubert-Konzert gab es in der voll besetzten Evangelischen Hauptkirche Rheydt zu hören. An den Anfang hatte Kantor Udo Witt Schuberts zweisätzige Sinfonie D 759 gesetzt, die üblicherweise „die Unvollendete" genannt wird. Ob sie tatsächlich nicht zu Ende gebracht wurde, ist eine müßige Frage. Trotz seines kurzen Lebens hätte Schubert noch die Zeit gehabt, zwei Sätze hinzuzufügen. Aber vermisst man nach den beiden erschütternden Sätzen wirklich ein Menuett und ein Presto? Dem Orchester der Hauptkirchenkonzerte gelang unter Leitung von Udo Witt eine stimmige Wiedergabe dieser Sinfonie. Dank einer angemessenen Tempowahl wurde nichts verschleppt, waren die musikalischen Strukturen deutlich zu erkennen.


Weniger bekannt, obwohl durchaus hochinteressant zu hören ist das zweite an diesem Abend aufgeführte Werk Franz Schuberts: die Messe in As-Dur D 678. Für den Chor war das keine leichte Aufgabe, denn der Komponist hat für seine Zeit kühne Harmonien und Modulationen geschaffen, die schon Momente der Spätromantik vorweg nehmen. Der Charakter der Musik entwickelt sich in den Sätzen sehr dynamisch. Im „Quoniam tu solus sanctus" etwa beginnt die Musik düster und entwickelt sich zu strahlend-triumphierenden Klängen. Schubert löst sich von Konventionen seiner Vorgänger. In Haydn- und Mozart-Messen beispielsweise beginnt das Credo in der Regel schnell und schwungvoll. Schubert dagegen entschied sich für einen getragenen, majestätischen Beginn.


Dafür, dass der Abend zu einem großen Erfolg wurde, gebührt allen Mitwirkenden Anerkennung. Der Chor, die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt, war exakt einstudiert, was sich in sicheren Einsätzen und präziser Intonation niederschlug. Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte, unter Mitwirkung von Mitgliedern der Niederrheinischen Sinfoniker, war mit der erwarteten Professionalität bei der Sache. Konzertmeisterin Johanna Brinkmann (Violine) leitete zuverlässig die Impulse des Dirigenten an die Mitspieler weiter. Mit Emiko Okuyama (Sopran), Uta Christina Georg (Alt), Markus Heinrich (Tenor) und Thomas Peter (Bass) waren erstklassige Gesangssolisten gekommen, die auch als Ensemble, etwa im Credo oder im Benedictus, ausgewogen miteinander harmonierten. Und Udo Witt war wie gewohnt ein souveräner Leiter.

Dem langen und herzlichen Beifall war deutlich zu entnehmen, dass sowohl das Programm als auch die Interpretation die Anerkennung des Publikums vollauf gefunden hatten..."


Quellenhinweis:


Das Foto "Gesamtdeusches Dichtertreffen auf der Wartburg, Mitglieder des Dresdener Kreuzchores singen zur feierlichen Eröffnung der Tagung - Autor: Bundesarchiv, Bild 183-25397-0001 / Wittig / CC-BY-SA" stammt aus der Wikimedia Commons der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos unterliegen der "Creative Commons" und "Attribution 3.0 Unported" Lizenz, die ich hiermit weitergebe und unter deren Bedingungen diese Dateien veröffentlicht werden.





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